Anleitung für unseren Seifenrechner

Du liest Anleitung für unseren Seifenrechner 10 Minuten Weiter Der Umgang mit der Lauge - Das NAOH beim Seifen sieden

Wir haben unseren Seifenrechner www.seifenrechner.com für Dich komplett neu konzipiert, so dass Du nunmehr zwischen dem “geführten Modus” und dem “Expertenmodus” wählen kannst, und diesen für mobile Endgeräte angepasst.

Unser Seifenrechner gliedert sich in 5 Bereiche:

  • Grunddaten
  • geführter Modus
  • Expertenmodus
  • Rezeptübersicht
  • Rezept speichern / drucken

1. Grunddaten:

Auf der Startseite des Seifenrechners kannst Du bei “Name des Seifenrezeptes” einen Namen für das Rezept bzw. unter “Mein Name” Deinen Namen vergeben - beides ist optional.

Als “Siededatum” ist das aktuelle Datum vorausgewählt. Das kannst Du natürlich anpassen, wenn Du das Rezept an einem anderen Tag sieden möchtest.

Die "Reifezeit in Wochen" ist mit 6 Wochen voreingestellt. Wir empfehlen standardmäßig eine Reifezeit von 6 Wochen. Bei Seifen, die einen sehr hohen Anteil an Olivenöl haben (>70%) oder bei Salz- und Soleseifen empfehlen wir eine Reifezeit von 3 bis 6 Monaten. Das Enddatum der Reifezeit wird beim Rezept angezeigt.

Wenn die Grunddaten alle eingegeben sind, kannst Du im nächsten Schritt entscheiden, ob Du den “geführten Modus” oder den “Expertenmodus” nutzen möchtest.

2. geführter Modus:

Beim “geführten Modus” erhältst Du Zusatzinformationen zu Deiner Auswahl. Diese werden Dir jeweils farblich hinterlegt angezeigt. Du kannst aus unterschiedlichen Laugenflüssigkeiten, Ölen sowie Zusätzen wählen und erhältst zB Informationen über Einsatzkonzentration zum jeweiligen Rohstoff. Der “geführte Modus” ist der ideale Einstieg für AnfängerInnen.

2.1. Mengeneinheit:

Zu Beginn entscheidest Du, ob Du die Mengenangaben der Öle und Fette des Rezeptes in Gramm (g) oder in Prozent (%) eingeben möchtest.


Verfügst Du bereits über ein ausgerechnetes Rezept, empfehlen wir die Mengenangabe in Gramm, möchtest Du ein vorhandenes Rezept in einer anderen Menge kreieren bzw. Dein eigenes Rezept erstellen, empfehlen wir die Mengenangabe in %. Bei der Mengenangabe in % ergänze bitte bei der Auswahl die Gesamtfettmenge (GFM) an Ölen und Fetten.

2.2. Lauge:

Hier kannst Du wählen, mit welcher Lauge Du Deine Seife sieden möchtest. Unser Seifenrechner unterstützt die Berechnung von
  • Natriumhydroxid (NaOH) (für feste Seifenstücke durch Kaltsiedeverfahren oder Heißsiedeverfahren)
  • Kaliumhydroxid (KOH) (vor allem zur Herstellung von (weicher) Schmierseife oder Flüssigseife)
  • Mischverseifung beider Laugen (zB Rasierseife mit 50 : 50)
Bei KOH ist zu beachten, dass die meisten Lieferanten KOH mit einer technischen Qualität von 90 % anbieten. Daher haben wir KOH bereits mit 90 % in unserem Seifenrechner voreingestellt. Solltest Du Dir über die Reinheit nicht sicher sein, gib 100 % ein. So schließt Du das Risiko aus, eine zu scharfe und somit unbrauchbare Seife zu erhalten und im worst case erhält die Seife lediglich eine höhere Rückfettung, sollte doch keine 100%ige technische Qualität des KOH vorliegen.

2.3. Laugenflüssigkeit:

Hier findest Du eine Tabelle mit Flüssigkeiten, aus denen Du auswählen kannst. Folgende Flüssigkeiten stehen zur Auswahl:
  • destilliertes Wasser
  • Leitungswasser
  • Kaffee
  • Sole
  • Milch
  • Tee
  • Fruchtsaft
  • Frucht- oder Gemüsepüree
  • alkoholische Getränke

Natürlich kannst Du unter “Benutzerdefiniert” auch eine individuelle Flüssigkeit eingeben. Die Art der Flüssigkeit nimmt keinen Einfluss auf die Berechnung der NaOH- und / oder KOH-Menge.


Wir empfehlen AnfängerInnen, 33 % der GFM an Flüssigkeit zu wählen. Solltest Du schon fortgeschritten sein, kannst Du die Flüssigkeitsmenge auch bis 25 % (damit sich das NaOH / KOH sowie Zusatzstoffe noch gut auflösen) reduzieren. Um zu verhindern, dass sich der Seifenleim auch wieder leicht trennen kann, nicht höher als 38 % gehen.
Achtung
Beim Anrühren der Lauge wird Hitze freigesetzt. Die Lauge daher am besten im (mit etwas kaltem Wasser gefüllten) Spülbecken anrühren, damit die Lauge abkühlen kann, bevor sie zu den Ölen hinzugefügt wird.

2.4. Rückfettung:

Hier wählst Du die Überfettung bei der Heißverseifung bzw. die Unterlaugung bei der Kaltverseifung aus. Damit legst Du fest, welcher Anteil der Öle in Deiner Seife nicht verseift wird, sondern Deiner Haut als Pflege (Rückfettung) zur Verfügung steht.


Wir empfehlen eine Rückfettung von 8 %, damit es zu keinem Laugenüberschuss in der Seife kommt (bei Haarseifen im Kaltsiedeverfahren 4 - 5 %, Körperseifen 6 - 11 %, Salz- oder Soleseifen bis zu 20 %).

Je höher die Rückfettung, desto geringer das Schaumvermögen der Seife und desto eher kann die Seife ranzig werden.

2.5. Öle / Fette:

Hier (und auch bei der Auswahl der Zusatzstoffe) hast Du zwei Möglichkeiten um Deine Auswahl zu treffen:

  • Volltextsuche (“Suche”, je genauer Deine Suchanfrage ist, umso übersichtlicher wird die Auswahl)
  • Scrolle Dich durch unsere Liste

Neben den Ölen und Fetten findest Du auch drei Symbole:

  • “?” (hier findest Du die von uns maximal empfohlene Einsatzmenge als Richtwert - Du kannst aber natürlich auch eine höhere Konzentration wählen)
  • “i” (hier findest Du Informationen zum Öl / Fett, die INCI-Bezeichnung sowie die Einsatzkonzentration)
  • “Einkaufswagen” (hier haben wir Dir den Link zum Produkt in unserem Online-Shop hinterlegt - so kannst Du weitere Informationen zum Produkt in der Produktbeschreibung nachlesen; natürlich kannst Du das Produkt auch gleich in Deinen Einkaufswagen legen)
Mit “+” (Hinzufügen) wählst Du das Öl / Fett aus und gibst die von Dir gewünschte Menge ein. Sobald Du dies für jedes gewünschte Öl / Fett getan hast, kommst Du über den Button “nächster Schritt” zum Thema “Zusatzstoffe”.

2.6. Zusatzstoffe:

Hier musst Du genauso vorgehen wie bei den Ölen und Fetten.

2.7. Duft:

Du kannst bei “Name des Duftes” das von Dir gewählte kosmetische Duftöl, ätherische Öl oder ätherische Ölmischung benennen (optional).

Hier kannst Du noch mehr über kosmetische Duftöle und ätherische Ölmischungen erfahren und Dich inspirieren lassen.

Manche Bücher geben Duftöl in Milliliter an. Da die meisten SeifensiederInnen aber über eine Waage verfügen, haben wir uns hier generell für die Mengenangabe in Gramm entschieden. Bei geringen Mengen haben wir Milliliter mit Gramm gleichgesetzt, da hier ein etwaiger Unterschied auf die fertige Seife kaum Einfluss hat.

Je nachdem wie intensiv Du Dir den Duft wünscht, wähle bei der Einsatzkonzentration des Duftes rund 2 - 6 % der GFM.

Wir empfehlen rund 25 g auf rund 1 kg GFM bzw. 30 g auf rund 1,3 kg GFM.
AnfängerInnen raten wir vom Experimentieren mit Säure ab, da diese oft heftig mit Lauge reagieren kann (Lauge kann zum (Über)Kochen beginnen, wenn das NaOH / KOH eingerührt wird).
Kosmetische Duftöle können den Seifenleim schnell andicken lassen. Wenn Du ein Muster in die Seife “swirlen” möchtest, wähle ein “braves” Duftöl, das Du bereits selbst getestet hast. Natürlich kannst Du auch aus der Liste der von uns getesteten kosmetischen Duftöle [Link] wählen.

Gewinne zuerst Sicherheit im Umgang mit Lauge, beachte bei der Verwendung von Säuren den Umstand, dass sie Basen (Laugen) neutralisieren und befolge die Sicherheitsrichtlinien (Schutzkleidung, Schutzbrille, Laugenbehälter beim Einrühren des NaOH / KOH ins - mit kaltem Wasser gefüllte - Spülbecken stellen).

Unser Seifenrechner ermöglicht die Berechnung von

  • Zitronensäure
  • Milchsäure
  • Essig

Zitronensäure:

Solltest Du sehr kalkhaltiges Wasser haben, verbindet sich das überschüssige Öl der Seife beim Waschen mit diesem und es entstehen schwer zu entfernende Kalkränder im Bad und in der Dusche. Hier bietet sich Zitronensäure an, weil sie wie ein Wasserenthärter wirkt und die Kalkrandbildung verhindert. Aber auch bei Haarseife wird Zitronensäure gerne verwendet.

Bei der Menge bleibe bei 1 - 4 % der GFM. Verwende immer nur so viel wie notwendig ist. Wenn Du zu viel Zitronensäure verwendest (bei 4 %), fühlt sich die Seife nach einiger Zeit rau an, was beim Waschen allerdings wieder verschwindet. Versuche es zu Beginn eher mit 1 - 2 %.

Milchsäure:

Durch die Kombination Milchsäure - NaOH entsteht Natriumlactat, was dazu führt, dass man festere Seifenstücke sieden kann, die früher ausgeformt werden können.

Hierfür wird die Milchsäure 60%ig in destilliertem Wasser für die Lauge gelöst, anschließend vorsichtig in kleinen Mengen NaOH hinzufügen und abkühlen lassen.

Essig:

Durch Essig und NaOH entsteht Natriumacetat, das - entgegen Essig in seiner ursprünglichen Form - KEIN Wasserenthärter ist. Essig dient hier zur Stabilisierung des Schaumes.

Du kannst Deine Lauge in Essig anrühren. Du kannst aber auch den Essig direkt dem Seifenleim hinzufügen und die Wassermenge für das NaOH um diese Menge reduzieren.

Es muss immer genügend Laugenwasser zum Auflösen des NaOH verbleiben - mindestens die Menge des NaOH (am besten mit 1,1 als Sicherheitsfaktor multiplizieren). Beispiel: zum Auflösen von 100 g NaOH mindestens 110 g Flüssigkeit verwenden. Werden weitere Zusätze verwendet, sind auch deren Mengen hinzuzurechnen.

Bei gängigen Seifenrechnern muss die Menge der Essigsäure eingegeben werden. Unser Seifenrechner ermittelt den Säureanteil selbständig. Der Seifenrechner errechnet zB bei der Verwendung von 100 g eines 5 %-igen Essigs, dass 5 g Säure zum Einsatz kommt. Für die 5 g Säure errechnet der Rechner den NaOH-Wert und addiert ihn zum Gesamtergebnis.

2.9. Säure - Anmerkungen:

Hier kannst Du Deine persönlichen Notizen - zB verwendete Technik - eintragen.

3. Expertenmodus:

Du kennst den Seifenrechner schon gut und / oder möchtest ganz schnell zu Deinem Rezept kommen? Dann ist der Expertenmodus für Dich genau richtig.

3.1. Rezeptparameter:

Die Rezeptparameter unterteilen sich in:

  • Mengeneinheit der Öle /Fette
  • Lauge
  • Laugenflüssigkeit
  • Rückfettung
  • Duft
  • Säure
  • Anmerkungen
  • Zusatzstoffe

Bei der Mengeneinheit wählst Du zunächst aus, ob du die Angabe in “g” oder “%” bevorzugst. Bei Angabe in % bitte auch die GFM an Ölen und Fetten ergänzen.

Bei der Lauge kannst Du entweder 100 % NaOH oder KOH eingeben, aber auch das Verhältnis entsprechend der Mischverseifung auswählen, solltest Du beide Laugen verwenden wollen (hier ist dann allerdings auch die KOH-Reinheit zu ergänzen - vgl. “geführter Modus” 2.2.).

Bei der Laugenflüssigkeit steht Dir unsere Auswahlbox zur Verfügung. Natürlich kannst Du diese auch benutzerdefiniert festlegen (vgl. “geführter Modus” 2.3.). Hier ist die Eingabe “in % der GFM” vorausgewählt. Du kannst dies aber auch auf “g” ändern (Button “in Gramm”).

Bei Rückfettung, Duft, Säure, Anmerkungen und Zusatzstoffen ist die Vorgangsweise wie beim “geführten Modus”. Wenn Du keine Zusatzstoffe möchtest, setze ein Häkchen bei “Mein Rezept enthält keine Zusatzstoffe” und Du kannst diesen Schritt überspringen und im nächsten Schritt die Öle und Fette eingeben.

3.2. Öle / Fette:

Auch hier ist wie im “geführten Modus” vorzugehen (vgl. “geführter Modus” 2.5).

4. Rezeptübersicht:

Hier findest Du eine Übersicht Deiner Eingaben. Die daraus errechneten NaOH- bzw. KOH-Werte werden in der Laugen-/Verseifungstabelle dargestellt. Die Tabelle wird auch auf dem Ausdruck Deines Rezeptes vorhanden sein. Du kannst das Rezept daher zu einem späteren Zeitpunkt auch mit einer anderen Rückfettung sieden, wenn Du die benötigte Lauge an entsprechender Stelle abliest.

5. Rezept speichern/drucken:

Die Rezepte werden auf dem Endgerät gespeichert, auf dem sie berechnet wurden. Du kannst sie aber auch als .pdf ausdrucken und das .pdf abspeichern.

Alles Liebe aus der Naturkosmetik-Werkstatt!

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